Wie schnell die Zeit vergeht…ich bin doch eben erst angekommen und in 1 Wochen bin ich schon wieder in good old Germany – am 05.Maerz werde ich mich braungebrannt wieder unter euch Bleichis mischen!!
In den letzten 2 Wochen wurde die Situation in der Crèche immer schlimmer weil wir plötzlich 40 Kids hatten, davon 10 ganz Kleine die eig alle ständig getragen oder auf dem Schoß gehalten werden mussten. Die anderen zwei teacher haben überhaupt nichts mehr gemacht weil sie streit mit Zola hatten der sie beschuldigt Geld und ein Keyboard gestohlen zu haben. Das machte mir den Abschied nicht ganz so schwer auch wenn ich jetzt nach erst 2 Wochen meine Schnubbel schon vermisse. Ansonsten waren wir viel zu Hause weil bei den Temperaturen nichts anderes möglich war als vor dem Ventilator zu liegen und zu hoffen dass die Zeit vergeht, oder wir fuhren an den Strand um uns den nächsten Sonnenbrand zu holen.
Auf der einen Fahrt (mit nem Taxi) wollten wir hier auf die Autobahn und plötzlich hielt das Taxi an denn neben der Straße ist ein Block mit lauter Hütten und die Leute die da wohnen hatten Reifen auf der Strasse angezündet und schrien und hüpften und hatten Plakate mit `no water-no toilet- no vote´. Und dann kamen lauter Polizisten mit ihren Gewehren angefahren…aber Taxis lassen sich von nichts aufhalten und wir kamen als einzigste durch die Blockade. In der letzten Woche dann haben die Leute auf ne große Strasse die durch Khayelitsha führt und die wir jeden Tag fahren ihren ganzen Müll geschmissen so das man mehrere Tage nur noch im Schritttempo auf einer Fahrbahn über das ganze Zeugs hinwegfahrn konnte. Die Aktion mit den Reifen (die wir noch öfter gesehen haben) ist noch ne ganz gute Idee um die Aufmerksamkeit der Regierung und Öffentlichkeit zu bekommen aber da die Regierung den Müll nicht wegräumt verteilt ihn der Wind überall bis die Kinder damit spielen und sich Krankheiten einfangen. Aber ich kanns total verstehen dass sie verzweifelt und wütend sind denn sie haben 5 Dixiklos die einmal die Woche geleert werden, von vielen Familien zusammen benutzt werden müssen und teilweise echt weit von den Hütten entfernt stehen-und mit Wasser sieht es nicht besser aus. Aber alle sind total gespannt auf die Wahlen im April-`vergleichbar mit 94´- und es wird kräftig Wahlkampf betrieben. Manche laufen herum und schreien `ANC!´ oder `COPE!´ in die Taxis und echt viele laufen in Parteishirts herum. Auch 2010 ist ein großes Thema und alle meinen ich muss dann wiederkommen weil da die größte Party überhaupt steigen wird.
Meine Zusage machte den Abschied vor zwei Wochen einfacher. Seit da reisen wir die Küste hoch- in den ältesten und kaputtesten Bussen überhaupt aber sie waren billig:-) Zuerst nach Port Elizabeth wo es nichts zu tun gab außer ner Delphinshow (in der ich mit lauter kleinen Kids saß) und nem Löwenpark. Dort habe ich kleine 8 Wochen alte Löwenbabys geknuddelt und bin später zu mehreren 8 Monate alten Rießen in den Käfig. Anfangs waren sie total schläfrig und ruhig und wir konnten sie streicheln und Fotos machen- und dann fing einer an mich zu fixieren, einer schlug nach ner Freundin und einer krallte Lisa ins Bein. Der Wärter meinte ´Die wollen nur spielen!` (Ich komme aus Deutschland, ich weiß das!!) Naja zum Schluß sind wir aus dem Käfig geflüchtet. Aber immerhin habe ich jetzt keine stinkende Anuk Haare sondern Haare von großen weißen Löwen an meinen Kleidern!
Nach 3 Tagen fuhren wir weiter nach Durban- schöner Strand, leckeres indisches Curry und tolles brasilianisches Konzert- und landeten schließlich in Swaziland. Der Grenzbeamte fragte ob mein Visum ein Scherz wäre (Hä?!) und holte einen Kollegen um nachzurechnen ob es noch gültig ist aber ich durfte einreisen. Swaziland ist total grün, ich fühle mich wie im Allgäu Aber es ist afrikanischer als SA und man trifft kaum Weiße. Ich habe mir eine Cultural Village und Tänze angesehen, war unter nem Wasserfall schwimmen, ritt zwischen Ananasfeldern und Bananenstauden und ging auf dem großen Markt in der Hauptstadt einkaufen.
Dort war ich nun 6 Tage total weg von allem- nicht nur das das Hostel irgendwo auf nem Hügel liegt und es nichts zu tun gibt, sondern auch das ich hier kein Internet und Empfang hatte. So habe ich es genossen ein bisschen zwischen den Welten ( naja, Ländern) zu sein und mich mit nichts beschäftigen zu müssen. Jetzt geht’s für ne Woche noch mal nach Pretoria, übers Wochenende fahrn wir mit Mirjam für die Evaluation nach Mpumalanga und dann müssen wir noch nach Soshi, denen allen Tschüß sagen.
So schade ich es finde gehen zu müssen- es wird Zeit heim zu kommen und ich freue mich immer mehr darauf! Ich wollte euch noch VIELEN VIELEN DANK sagen für all die lieben SMS, Mails, Briefe, Anrufe… die ich in den letzten 6 Monaten von euch bekommen habe! Ich freue mich schon riesig euch endlich wieder zu sehen!!
Bis nächste Woche,
Liebste Grüße
Judy
















